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News Detail
Di, 8. Sep 2009
Die Wiedergeburt des SAP GUI Oft totgesagt und doch überlebt - von der SAPGUI wurde in den letzten Jahren immer wieder behauptet, dass sie die nächsten Jahre nicht überleben wird und anderen Oberflächentechnologien weichen muss.
Inzwischen wurden aber die Makel der internetbasierenden Oberflächen für die Anwendung im Business allzu deutlich, dass sogar das ausschließlich webbasierte SAP Produkt ByDesign einen eigenen "GUI" spendiert bekam.
Obwohl es in den letzten Jahren einen Trend hin zu webasierenden Oberflächen gab, gibt es doch eine größere Gruppe von SAP Anwendern, die mit diesen Oberflächen nicht effektiv arbeiten können. Dies sind vor allem die sogenannten "Power User", die ihren Prozess beherrschen und eher auf Performance als auf "schicke" Oberflächen achten. Auch Web 2.0 Techniken gelang es nicht immer, diese Personengruppe zufrieden zu stellen.
Die SAP scheint jetzt einen vernünftigen Kompromiss gefunden zu haben. Zukünftig gibt es zwei grundsätzliche "SAP Bedienungsprogramme": den Webbrowser für Gelegenheitsbenutzer und den NetWeaver Business Client (NWBC) für die "Power User".
Der NWBC muss - wie die SAPGUI - auf den Frontendrechnern der Anwender installiert werden und integriert alle bekannten Oberflächentechnologien wie dynprobasierende SAPGUI Oberflächen, BSP- und WebDynpro-Anwendung sowie sonstige Portalanwendungen. Vom Design haben sich inzwischen alle Oberflächen über das neue "Signature"-Design bereits angeglichen. In der aktuell verfügbaren Version des NWBC kann man bereits bestimmte SAP Personengruppen mit einer attraktiven Oberfläche versorgen und dabei die Vorteile aller Oberflächen nutzen.
Als Entwicklungsstrategie für webbasierte Anwendungen scheint sich WebDynpro (ABAP) durchgesetzt zu haben. Aus Kundensicht kann es bereits jetzt sinnvoll sein, eine Neuentwicklung als webbasierte Oberfläche in WebDynpro für ABAP umzusetzen - diese Technologie steht im ABAP Server ab NetWeaver 6.40 zur Verfügung (spätestens mit SAP ECC 6.0). Eingebunden im NWBC oder im SAPGUI muss es dem Anwender noch nicht einmal auffallen. Man würde sich aber so offenhalten, dass solche Neuentwicklungen später auch in Portalen u.ä. verwendet werden könnten.
Ein besonders hervorzuhebendes Feature kommt mit dem NWBC 3.0 (im Augenblick im Betatest): in dieser Version werden auch bei WebDynpro-basierenden Anwendungen nicht mehr die auf dem Server generierten HTML-Seiten zum Endbenutzer Frontend gesendet, sondern nur noch ein abgespeckter Datenstrom, der Informationen darüber enthält, was der NWBC darstellen soll. Dadurch wird auch der NWBC zum waschechten "SAP Präsentationsserver" - so war der SAPGUI schon immer konzipiert. Man kann dies in älteren Dokumenten und Büchern nachlesen. In Zeiten, als Bandbreite im Netz noch kostbar war, war diese Herangehensweise auch ein Grundstein für den heutigen Erfolg der SAP Software. Es darf erwartet werden, dass mit diesem Konzept des NWBC eines der Hauptprobleme - die Performance durch das Generieren der HTML-Seiten auf dem Server - deutlich entschärft werden kann.
Wir nehmen trotzdem an, dass auch der SAPGUI noch einige Jahre erleben darf. Trotzdem gibt es in den meisten Unternehmen eine größere Anzahl von Power Usern, die mit einigen wenigen Transaktionen in der gewohneten SAPGUI Performance versorgt werden müssen. Diese Personengruppe wird den NWBC schätzen lernen...und die Verantwortlichen in der IT haben eine Sorge weniger - der SAPGUI ist nicht tot!
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